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    Krankenkasse & Cannabis-Therapie

    Cannabis auf Kassenrezept: So funktioniert die Kostenübernahme

    Seit 2017 können gesetzliche Krankenkassen die Kosten für medizinisches Cannabis übernehmen – die Hürden sind aber hoch. Wir erklären, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie der Antrag abläuft und welche Alternativen Privatrezept-Patient:innen haben.

    Voraussetzungen für die Kostenübernahme

    Eine Übernahme ist möglich, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt, anerkannte Standardtherapien ausgeschöpft, nicht verfügbar oder unzumutbar sind und eine ärztlich begründete Aussicht auf spürbare Wirkung besteht. Der behandelnde Arzt stellt den Antrag, die Krankenkasse entscheidet meist innerhalb von 3–5 Wochen (bei palliativer Versorgung 3 Tage).

    Privatrezept als pragmatische Alternative

    Weil Anträge häufig abgelehnt werden, entscheiden sich viele Patient:innen für den Weg über ein Privatrezept – etwa über spezialisierte Telemedizin-Anbieter. Die Kosten trägst du dann selbst, dafür entfallen langwierige Genehmigungsverfahren und du behältst freie Sorten- und Apothekenwahl.

    Was kostet eine Cannabis-Therapie selbst gezahlt?

    Die Apothekenpreise für medizinisches Cannabis liegen aktuell typischerweise zwischen 7 und 14 € pro Gramm Blüten. Bei einem üblichen Bedarf von 30–50 g pro Monat ergeben sich monatliche Kosten von ca. 200–700 €, je nach Sorte, Apotheke und Versandkosten. Hinzu kommen ggf. Konsultationsgebühren der Telemedizin-Anbieter.

    Tipps für einen erfolgreichen Kassenantrag

    Eine ausführliche ärztliche Begründung mit dokumentierten Vortherapien, Befunden und konkretem Therapieziel erhöht die Erfolgschancen deutlich. Bei Ablehnung lohnt sich ein Widerspruch – oft mit Unterstützung spezialisierter Patientenorganisationen oder Fachanwält:innen für Sozialrecht.

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